Y tu mamá también

Ein Film von Alfonso Cuarón

Mit Maribel Verdú, Gael García Bernal, Diego Luna, Marta Aura u.a.

Helgas Meinung:
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Y tu mamá también – zu deutsch: und deine Mutter auch. Als internationale Erläuterung: Lust for life. Etwas kryptisch. Vielleicht hilft die  Programmankündigung weiter, dachte ich mir.

"Road-Movie als Parabel auf den Zustand der mexikanischen Gesellschaft: Mit der Aussicht auf einen geheimen Traumstrand animieren zwei Teenager, nicht ohne sexuelle Hintergedanken, eine attraktive Schönheit zu einer Reise quer durchs Land."

"Y tu mamá también" war trotz - oder wegen? - Zensureingriffen ein enormer Erfolg in Mexico und ist im Gegensatz zum unausgewogenen "Amores Perros", wild und nachdenklich, gewagt und gewaltig, politisch und poetisch. Mit jedem Kilometer der Reise reifen die Figuren und berühren mehr..."

 Meine Neugier war jetzt geweckt, aber gewaltig in die Irre geführt. Da animieren zwei junge Männer also diese Schönheit zu einer Reise an einen Traumstrand, mit sexuellen Hintergedanken. Doch eher mit sexuellen Hauptgedanken. Sexualität als Parabel auf den Zustand der Gesellschaft. Dabei wird die Sexualität durchaus sehr gewagt eingesetzt, der Film schrammt permanent an der Grenze zum Porno entlang. Und wo die Macht der Bilder an der Genregrenze halt machen muss, werden Worte hinterhergeschoben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Warum auch nicht? Schließlich sind wir alle erwachsen. Oder? Nein. Der Film ist ab 12 freigegeben. Eine sehr befremdliche Entscheidung, mit 18 ist weiß Gott früh genug. Oder möchten Sie, dass ihr Dreizehnjähriger erfährt, wie man jemandem am besten den Finger in den Arsch steckt oder wo die Klitoris sich genau versteckt?

Die zwei Teenies mit einem echten Ehrenkodex, der ihre Freundschaft besiegelt, machen sich mit einer schönen Frau auf den Weg. Das Verhalten der Frau mag einem unverständlich erscheinen, doch am Ende klärt sich alles auf. Am Ende, als die Gruppe in drei Einzelpersonen zerfallen ist, die nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Weil der Ehrenkodex keine Ehrlichkeit verträgt. Das Vehikel zu dieser Ehrlichkeit ist die Sexualität, was bei ihrem quasi pornografischen Auftreten ihren künstlerischen Wert erklärt. Ob sich das dem deutschen Zuschauer so erschließt, ist mehr als fraglich, aber schließlich wurde der Film nicht fürs europäische Publikum gemacht.

Dem Film wurde ferner vorgeworfen, mexikanische Klischees zu strapazieren. Der Deutsche jedoch, der sein Mexico-Bild vom "Traumschiff" und der "Klinik unter Palmen" bezieht, wird mit einem geballten Maß an Realität konfrontiert, was allerdings nur gut tut. Mir hat der Film sehr gut gefallen. Nachdem ich ihn vorverdaut habe, würde ich ihn gern nochmals sehen. Und ich würde mir sehr gut überlegen, mit wem ich ins Kino gehe.

Der Regisseur des Films, Alfonso Cuarón, ist übrigens als Regisseur für "Harry Potter 3" im Gespräch. Sollte er zum Zuge kommen, darf man gespannt sein.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 21. Dezember 2008

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