WonderboysEin Film von Curtis HansonMit Michael Douglas, Frances McDormand, Robert Downey Jr., Tobey Maguire u. a.Christinas Meinung:
Vor acht Jahren hat der Literaturprofessor Grady Tripp (Michael Douglas) einen preisgekrönten Roman geschrieben. Seitdem ist es mit ihm stetig bergab gegangen. Seinen Studenten, von denen viele seinetwegen an diese Uni gekommen sind, hat er nicht mehr viel zu sagen, seinen literarischen Erfolg konnte er nicht wiederholen, seine dritte Frau hat ihn gerade verlassen, und seine Affäre mit der verheirateten Dekanin Sara Gaskell (Frances McDormand) läuft auch nicht so gut. Gradys Leben erreicht einen Wendepunkt an dem Wochenende, an dem die Uni ein Literaturfestival veranstaltet. Sein Lektor Terry Crabtree (Robert Downey Jr.) kommt dafür aus New York, er erfährt, dass er Vater wird, und der Student James Leer (Tobey Maguire), der in ihm sein großes Vorbild sieht, zwingt ihn, aus seiner Selbstversunkenheit aufzutauchen. Kaum zu glauben, dass die Filmakademie in Los Angeles keine der darstellerischen Leistungen in diesem Film auch nur einer Nominierung für würdig befunden hat. Michael Douglas, Frances McDormand, vor allem aber Robert Downey Jr., der dem Film erst den richtigen Pfiff gibt und immer dann den Tag rettet, wenn man sich fragt, warum man den jämmerlichen Leiden des Grady Tripp noch länger zusehen soll, hätten eine Ehrung verdient. Vermutlich sogar Tobey Maguire, obwohl ich gestehen muss, dass mir seine Unschuld-vom-Lande-Nummer zunehmend auf den Geist geht. Besonders gut waren einige kleine Rollen besetzt, die dem Film ein besonderes Flair gaben: Jane Adams als Kellnerin Oola, Richard Knox als ihr Freund Vernon, Michael Cavadias als Transvestit Antonia und nicht zu vergessen Rip Torn als Erfolgsautor Q, der Grady Tripp als wandelnde Mahnung vor Augen steht. Autor Steve Kloves, der immerhin eine Oscar-Nominierung ergattert hat, spielt geschickt mit einigen Klischees des Mann-in-der-Midlife-Crisis-Themas, indem er Tripp eine junge Blondine als Ehefrau und eine reifere, intellektuelle Geliebte verpasst und ihn statt an Schreibblockade an dem unwiderstehlichen Zwang, immer mehr schreiben zu müssen, leiden lässt, aber die junge Muse in Form der Studentin Hannah Green (Katie Holmes) konnte er sich dann doch nicht verkneifen. WONDER BOYS ragt weit aus dem Einheitsbrei heraus, den uns das vergangene Jahr beschert hat, aber trotzdem fügt sich alles nicht so recht zusammen, und ich habe das Kino mit dem nagenden Gefühl verlassen, dass mir der Film eigentlich hätte besser gefallen müssen. Auch nach dem zweiten Mal weiß ich jedoch nicht genau, was mir eigentlich gefehlt hat. |
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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 30. März 2003 Copyright 2001 Christina Gross & Monika Hübner |
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