Der Untergang
Ein Film von Oliver Hirschbiegel
Mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna
Harfouch, Ulrich Matthes, Juliane Köhler u. a.
Helgas Meinung
 
Eigentlich ein völlig überflüssiger Film, könnte man meinen. Die
Tatsachen sind sattsam bekannt. Dennoch, wenn man die letzten Tage des
Führers und seiner Entourage so plastisch vor Augen geführt bekommt,
packt einen das Entsetzen.
Dass dies so glaubwürdig rüberkommt, ist der Tatsache zu verdanken,
dass sich in diesem Film alles tummelt, was Rang und Namen hat.
Die Darstellung Hitlers ist eine brillante Glanzleistung. Genauso
könnte Hitler gewesen sein, einschließlich seines Parkinson-Tremors.
Fassungslosigkeit überkommt einen, wenn man unmittelbar dabei ist,
wenn Hitler sein undankbares Volk verflucht, das sich feige geweigert
hat, die Vorherrschaft anzutreten, zu der er ihm den Weg geebnet hat.
Erstaunlich auch die vielen Co-Verrückten und Ergebenen bis zum
letzten Augenblick. Oder Frau Goebbels, wie sie systematisch ihre sechs
Kinder umbringt, eins nach dem anderen.
Und dennoch, das Schlimmste am Film ist nicht, dass dieser Wahnsinn
mal war, sondern die Banalität dieses Wahnsinns.
Leute, die der Realität schon längst entzogen waren, Feiglinge,
Speichellecker und Normalos, die einfach Angst haben. Ein explosives
Szenario, das in dieser Form woanders wieder entstehen könnte.
Die Bedenken, dass das Monster Hitler ein menschliches Antlitz
bekommt, kann ich nicht teilen. Natürlich werden auch die menschlichen
Züge Hitlers dargestellt. Zum Beispiel, wie liebevoll er sich um seinen
Schäferhund kümmert oder wie er einfach nett zu anderen ist. Aber
genau das ist es, was den Film so verstörend macht. Das Monster ist
keine eigene Gattung, sondern ein Mensch wie du und ich. Somit könnte
ein beliebiger Mensch sich wieder in ein derartiges Monster verwandeln.
Die Welt kann leider solche Geschehnisse nicht ad acta legen.
Die Mechanismen, die sich dort abspielen, sind nicht nur 60 Jahre
alt, sondern gleichzeitig hochaktuell.
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Helga
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