Lost in TranslationEin Film von Sofia CoppolaMit Bill Murray, Scarlett Johansson u. a.Helgas Meinung
Zwei einsame Westler verloren in Tokyo. Das hört sich sehr interessant
an. Aber mich haben die zwei Jammerlappen, um die es in dieser Geschichte ging, furchtbar genervt. Wer so wenig Bereitschaft mitbringt,
sich mit einer fremden Kultur auseinander zu setzen, sollte am besten gleich
zu Hause bleiben. Wir haben den alternden Schauspieler Bob Harris Monikas Meinung:
Der alternde Schauspieler Bob Harris (Bill Murray) dreht in Tokio einen Werbespot für Whiskey und lernt an der Hotelbar Charlotte (Scarlett Johansson) kennen, die ihren Mann auf einer Dienstreise begleitet. Beide fühlen sich in der fremden Großstadt einsam und verloren und freunden sich an. Es ist inzwischen bekanntlich die Regel, dass ältere männliche Darsteller fast ausschließlich mit sehr jungen Partnerinnen drehen, und Lost in Translation bildet keine Ausnahme von dieser Regel. Trotzdem hat es mich in diesem Film weniger gestört, weil es nicht um eine heiße Liebesbeziehung, sondern um Freundschaft ging, nämlich um die Annäherung zweier Menschen aus demselben Kulturkreis, die sich in einer Umgebung kennen lernen, die für sie so fremd ist wie der Mars. Die Verständigung mit den Japanern funktioniert nur über Dolmetscher, und der Zuschauer erfährt gleich zu Beginn der Geschichte, dass es kein besonders angenehmes Gefühl ist, darauf angewiesen zu sein. Sämtliche Kulturschocks, die man als Bewohner der westlichen Welt bekommen kann, wenn man zum ersten Mal in Japan ist, bleiben auch Bob nicht erspart: Da sind z. B. das vollautomatisierte Hotelzimmer und das ungewohnte Essen, und es erleichtert die Arbeit nicht gerade, wenn man sich nicht direkt verständigen kann und die wortreichen Anweisungen des Regisseurs nur als "Stenogramm" von einem Dolmetscher übermittelt bekommt. Lost in Translation ist jedoch keine Slapstick-Komödie, der Humor ist zurückhaltend, aber dennoch treffsicher, so dass der Film nie zu melancholisch wird oder gar langweilig, auch wenn die gezeigten Situationen im Prinzip recht alltäglich sind. Man muss Bob einfach sympathisch finden, dessen Frau nichts Besseres zu tun hat, als ihm mitten in der Nacht Faxe zu schicken, damit er ihr mitteilt, welches Regal sie für sein Arbeitszimmer kaufen soll, und die ihm per Kurier Muster für den Teppichboden schickt. Als ob das alles nicht eine Woche Zeit hätte bis zu seiner Rückkehr. Scarlett Johansson, die bereits in der Rolle der dreizehnjährigen Grace in Der Pferdeflüsterer eine beachtliche schauspielerische Leistung abgeliefert hat, ist auch diesmal überzeugend. Der Film kommt ohne melodramatische Situationen und aufdringliche Komik aus, es ist eine melancholische Komödie, wie man sie nur relativ selten findet. Sehenswert. |
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Zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 07. September 2005 Copyright 2004 Gesehen & Gelesen |
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