Sprich mit ihr

Ein Film von Pedro Almodóvar

mit Javier Cámera (Benigno), Darío Grandinetti (Marco), Leonor Watling (Alicia), Rosario Flores (Lydia)

Helgas Meinung

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Ein ganz großer Film, große Gefühle, tiefe Melancholie. Das sind die Worte, mit denen dieser Film gepriesen wurde. Dazu das Bild von zwei komatösen Frauen.

Hörte sich interessant an. Zu Almodóvar habe ich ein sehr gespaltenes Verhältnis, aber diesmal wollte ich es wieder darauf ankommen lassen.

Ein skurriler Film, originell und unterhaltsam. Ich würde mich davor hüten, allzu viele Metaphern, Gefühle, etc. hineinzuinterpretieren. Es handelt sich eher um eine schwarze Komödie.

Marco verliebt sich in die Torera Lidia (auf Spanisch nicht nur ein Vorname, sondern auch ein Wort für Kampf), als mal wieder Schluss mit ihrem Amour fou ist.

Bei einem Stierkampf wird sie auf die Hörner genommen und landet im Koma (und stirbt am Ende).

Der etwas debile und affektierte Benigno (herrlich gespielt: Javier Cámera) verliebt sich in die schöne Balletteuse Alicia, die sich allerdings leicht angewidert abwendet. Sie wird durch ein Auto ins Koma befördert und dem vermeintlich schwulen Pfleger Benigno (der Gutartige) anvertraut, der nun im Glück ist, gehört seine Traumfrau ihm jetzt ganz.

Beide Männer lernen sich in der Klinik kennen und freunden sich an. Marco hat Probleme, sich seiner komatösen Freundin zu nähern, während Benigno so tut, als würden er und Alicia eine richtige Partnerschaft führen. Daher auch die Aufforderung an Marco "Sprich mit ihr". Er spricht ausgiebig mit Alicia und widmet sich aufs Liebevollste ihrem Körper, bis es dann mal zum Geschlechtsverkehr kommt und Alicia schwanger wird. Als dies ruchbar wird, muss Benigno in den Knast. Das Einzige, was ihn daran stört, ist die Trennung von Alicia, die er gern geheiratet hätte.

Marco indessen vertreibt sich die Zeit als Reisejournalist, weil der Amour fou wieder aufgetaucht ist und Lidia für sich reklamiert. Außerdem stirbt Lidia dann ohnehin und das ist auch gut so, denn lebende Stierkämpfer sind widerlich. Für den Film sind auch etliche echte Stiere umgebracht worden, was ihn nicht eben liebenswert macht.

Irgendwann ruft Benigno nach Marco, weil er die Trennung von Alicia nicht länger aushält. Marco bekommt raus, dass Alicia eine Fehlgeburt hatte und dabei das Bewusstsein wiedererlangt hat. Doch bevor er Benigno diese frohe Kunde überbringen kann, entleibt sich dieser selbst.

Am Ende finden – wie sollte es anders sein - Alicia und Marco zusammen.

Die stimmige Darstellung der Traumwelt des Benigno macht diesen Film sympathisch.

Bedenklich finde ich, dass Alicia durch den GV mit einem Mann, den sie im richtigen Leben ablehnt, wieder in selbiges zurückfindet. Es hat schon was Widerwärtiges an sich, wenn diese bewusstlose Frau beschlafen wird, wenn dies auch in bester Absicht geschehen mag. Deswegen aus meiner Sicht auch kein "großes" Kino.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 23. November 2003

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