Im Netz der Spinne

Ein Film von Lee Tamahori

Mit Morgan Freeman, Monica Potter, Michael Wincott, Mika Boorem u. a.

Christinas Meinung:

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Trotz umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen wird die elfjährige Megan (Mika Boorem) aus einer Schule für Diplomatenkinder entführt. Ihr Lehrer und Entführer Gary Soneji (Michael Wincott) besteht darauf, dass der bekannte Profiler Dr. Alex Cross (Morgan Freeman) zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, weil dem Fall so mehr Aufmerksamkeit zuteil wird. Cross und die Geheimdienstbeamtin Jezzie Flannigan (Monica Potter), die für Megans Schutz in der Schule zuständig war, verfolgen die Spuren, die Soneji für sie gelegt hat, und können eine zweite Entführung verhindern, aber Sonejis Verhalten gibt dem erfahrenen Profiler immer wieder Rätsel auf.

Lee Tamahori hat einen mäßig spannenden Thriller inszeniert. Die Zutaten waren auch nicht besonders aufregend: der geniale Polizist, der ein Trauma zu verarbeiten hat, der ebenso geniale Verbrecher, der aber nicht pervers sein darf, damit der Film für ein breites Publikum geeignet bleibt, die niedlich anzusehende Geheimagentin, die ab und zu mal einen dummen Fehler machen darf, damit die Auflösung nicht zu früh kommt. Das Ergebnis hielt mich nicht gerade angespannt auf der Kante meines Kinosessels, konnte aber doch mit ein paar überraschenden Wendungen aufwarten. Wie in DENN ZUM KÜSSEN SIND SIE DA, der ersten Verfilmung eines Alex-Cross-Krimis von James Patterson ist das Opfer keineswegs hilflos und arbeitet kräftig an seiner Befreiung mit. Mika Boorem als pfiffige Megan ist ein Grund, warum IM NETZ DER SPINNE ansatzweise sehenswert ist. Ihre Eltern (Penelope Ann Miller und Michael Moriarty) und die Horden vom FBI, Geheimdienst etc. hingegen sind lediglich Pappkameraden, die ihre Auftritte lieblos herunterspulen. Der Film steht und fällt mit Morgan Freeman. Seine Darstellung von Alex Cross macht die manchmal wenig plausible Handlung ein bisschen wett. Auch wenn er doppelt so alt ist wie Alex Cross in der Buchvorlage. Wenn Freeman einen Gegenspieler gehabt hätte, der ihm das Wasser hätte reichen können, hätte aus dem Film was werden können. Auch die Mentor-Schülerin-Konstellation zwischen Cross und Flannigan bleibt blass, weil Monica Potter außer einem hübschen Gesicht nicht viel einzubringen hat. Und wenn man es dem Helden so leicht macht wie hier, die Bösen auszutricksen, macht sein Glorienschein nicht viel her.

Hoffentlich bekommt Tamahori noch einmal die Chance, Filme wie DIE LETZTE KRIEGERIN zu machen. Bei IM NETZ DER SPINNE war sein Talent verschwendet.

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Christina Gross

Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 30. März 2003

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