Lady Henderson präsentiert

Ein Film von Stephen Frears

Mit Judi Dench, Bob Hoskins u. a.

Christinas Meinung

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Nach dem Tod ihres Mannes sucht die verwöhnte Lady Henderson (Judi Dench) nach einem Hobby, das ihre Zeit ausfüllen kann. Da die reiche Witwe kein Talent zur Stickerei hat und Wohltätigkeit sie langweilt, kauft sie sich ein Theater im Londoner Westend und beauftragt den Theaterdirektor Vivian Van Damm (Bob Hoskins) damit, eine Musikrevue auf die Bühne zu bringen. Nach anfänglichem Erfolg wendet sich das Blatt. Um nicht weiter Verlust zu machen, beschließt die unkonventionelle Dame, dass ihre Mädchen auf der Bühne keine Kleider mehr tragen sollen. Dank ihrer guten Beziehungen und eines Tricks bekommt sie dafür die Genehmigung von den strengen Sittenwächtern: Die Mädchen dürfen sich auf der Bühne nicht bewegen, sondern müssen als „lebende Kunstwerke“ völlig still stehen. Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges ist Lady Hendersons Theater das einzige in London, das trotz der deutschen Bomben weiter geöffnet bleibt.

LADY HENDERSON PRÄSENTIERT lebt von seinen glänzenden Hauptdarstellern. Laura Henderson gab es wirklich, und sie führte mit ihrem Impressario Vivian Van Damm die Dauerrevue nach Pariser Vorbild und die nackten „Tableaux vivants“ im englischen Theater ein. Außerdem war sie Berichten zufolge wohl sehr unkonventionell und gar nicht die nette, kultivierte englische Lady, die man sich so vorstellt. Judi Dench spielt sie mit Verve. Die verwöhnte Lady, die immer ihren Kopf durchsetzt und alles einmal ausprobieren muss, nimmt man ihr in jeder Sekunde ab. In Bob Hoskins findet sie einen kongenialen Partner, der ihr in absolut nichts nachsteht. Um die beiden herum inszeniert Stephen Frears einen bunten Bilderreigen, der gegen Ende ein bisschen ins Melodramatische abgleitet. Die Revue-Nummern sind mitreißend. Man hat das Gefühl, dort im Theater zu sitzen. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Art, wie es Frears gelang, uns modernen Zuschauern, die mit Bildern von nackten Körpern überflutet werden, nahezubringen, wie schockierend die zahmen Nackten auf der Londoner Bühne damals waren. Ein bisschen schade ist es, dass die Geschichte ziemlich flach bleibt und außer Henderson und Van Damm keine Figur wirklich an Tiefe gewinnt. Dench und Hoskins schaffen es zwar mühelos, den Film zu tragen, aber gelegentlich hätte ich mir gern ein bisschen mehr gewünscht als nur bunte Kulisse und Statisten um sie herum. Da haben Frears und seine Drehbuchautoren die Sache mit den „Tableaux vivants“ etwas zu weit getrieben.

LADY HENDERSON PRÄSENTIERT ist ein Film mit punktgenauer Komik, die vom Kalauer bis zur subtilen Geste reicht, aber es gibt auch genügend ernste und anrührende Momente, die es unmöglich machen, dem Film einfach den Stempel „Komödie“ oder „Musical“ aufzudrücken. Auf jeden Fall ist er ein Highlight dieses (oder eigentlich schon des letzten) Kinojahres, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Zuletzt aktualisiert am: Dienstag, 04. Juli 2006

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