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"Der spielt doch in Venedig" waren die Worte, mit
denen mein Kind mich ins Kino zerrte, wohl wissend um meine Vorliebe
für betörende Kulissen. Der Film ist ein
Augenschmaus. Die Atmosphäre der Stadt ist toll eingefangen. Eine
Reihe netter Einfälle, wie z. B. Statuen, die zum Leben erwachen,
bereichern den Film. Zwei Waisenkinder, die getrennt
worden sind, büchsen nach Venedig aus. Dort kommen sie in einer
Kinder-WG unter, die vom Herrn der Diebe angeführt wird. Die
Schätze, die er erbeutet, bringen das Geld zum Leben.
Eines Tages erhält der Herr der Diebe einen
mysteriösen Auftrag, ein Teil für ein Karussell zu klauen, mit dem
man sich jünger oder älter machen kann ... Fantasy
ist prinzipiell nicht mein Ding, und aus freien Stücken wäre ich
wohl nicht in den Film gegangen. Doch selbst in einem
Fantasy-Film stelle ich gewisse Anforderungen an die Logik, und die
sind hier nicht im Mindesten erfüllt worden. Das Buch selber kenne
ich nicht, aber Mängel in der Logik sind dort wohl auch beklagt
worden. Es geschehen zu viele Dinge unmotiviert, der
rote Faden existiert nicht. Erwachsene, die gegen die Kinder
vorgehen, schlagen sich plötzlich und unvorhergesehen auf deren
Seite, der Herr der Diebe ist plötzlich doch kein Dieb, etc.
Das Ganze erinnert mich ein bisschen an die "Zauberflöte". Eine
haarige, unzusammenhängende Story, wunderschön verpackt. Aber
Logikfehler bereiten mir allergrößtes Unbehagen, deswegen kann ich
nur einen Punkt vergeben. Wen eine verquaste
Geschichte nicht stört, kann sich an den Bildern und am Sound
durchaus delektieren. |