Frida
Ein Film von Julie Taymor
Mit Salma Hayek, Alfred Molina, Valeria Golino u. a.
Helgas Meinung
  
Dieser Film vollzieht das Leben der größten mexikanischen
Malerin, Friedensaktivistin und Kämpferin für die Emanzipation,
Frida Kahlo, nach. In ihrer Jugend erlitt Frida einen schweren
Verkehrsunfall, der sie für immer zum Krüppel machen sollte. Sie
heiratete Diego Rivera, einen der ganz großen Maler, und Kommunist.
Ihr durchaus aufregendes, aber auch sehr leidvolles Leben spielte sich
in linken Künstlerkreisen ab.
Frida wird nicht nur von Salma Hayek dargestellt, sondern diese hat
den Film auch produziert. Sie wollte damit beweisen, dass sie mehr ist
als eine eindimensionale Schauspielerin.
Das ist ihr leider nicht gelungen. Meine Meinung zum Film ist sehr
zweigeteilt. Die Story und die Ausstattung sind Spitze, doch die
Person der Frida selbst wird verhöhnt.
Der Film ist ein wonnevoller Farbenrausch und ein opulenter
Augenschmaus. Selten habe ich einen Film optisch derartig genossen.
Rein visuell (und akustisch) könnte ich ihn noch diverse Male sehen,
ohne mich zu langweilen.
Aber nun zu Frida selber: Sie ist also zum Krüppel geworden und
malt sich ihren Schmerz und ihren Kummer von der Seele.
Im Film liegt sie zunächst in Gips, dann sehen wir, wie sie mit
orthopädischen Geräten versorgt wird, wobei ihr das Wasser in die
Augen schießt. Aber dann rappelt sie sich auf und hüpft wie ein
leichtfüßiges Reh durch den Film und genießt das Leben in vollen Zügen.
Zwischendrin jammert sie ein bisschen, dass ihr alles wehtut, aber so
recht glaubt man's nicht.
Und das finde ich niederträchtig gegenüber dieser großartigen
Malerin. Natürlich ist ein schönes Mädel viel fotogener als ein
schmerzverzerrter Krüppel, aber diese groteske Falschdarstellung
dieser Frau ist völlig daneben und hilft einem auch nicht, Fridas künstlerisches,
gesellschaftliches und politisches Werk begreiflich zu machen.
Hier ist die Authentizität der vermeintlichen Ästhetik geopfert
worden, und dafür gibt es einen dicken, fetten Minuspunkt.
Wenn Sie bereit sind, die Hauptperson völlig außer Acht zu lassen
und in die Atmosphäre von Mexiko-Stadt vor etwa 80 Jahren
einzudringen, dann wird Ihnen der Film sehr gut gefallen. Aber
vielleicht sollte man ihn von vornherein "Mexikanischer
Bilderbogen mit berühmten Statisten" nennen.
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