Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

Ein Film von Sharon Maguire

Mit Renee Zellwegger, Hugh Grant, Colin Firth u. a.

Christinas Meinung:

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Bridget Jones (Renée Zellweger) ist über 30, Single und bekämpft ihren Frust darüber mit Alkohol und Fressorgien. Ihre Mutter (Gemma Jones) versucht, sie mit jedem Junggesellen zu verkuppeln, dessen sie habhaft werden kann. Der letzte in dieser Reihe ist der frischgeschiedene Menschenrechtsanwalt Mark Darcy (Colin Firth), aber die beiden machen keinen guten Eindruck aufeinander. Bridget wirft ihr Netz nach ihrem Chef Daniel Cleaver (Hugh Grant) aus und träumt schon vom Traualtar, als er mit ihr ins Bett geht. Bevor sie aber "den Richtigen" findet, muss sie noch eine Reihe von hochnotpeinlichen Situationen durchlaufen, die zum Brüllen komisch sind, solange man nicht zu gründlich darüber nachdenkt.

Ich gebe zu, ich habe ein Problem mit dem, was frau heute als moderne Heldin und Identifikationsfigur vorgesetzt wird. Nicht dass ich nicht dankbar wäre für jede Filmheldin, die nicht gerade aus der Supermodel-Schablone gehüpft ist und ihr Leben so gnadenlos im Griff hat, dass einem schlecht werden kann (bis auf das eine kleine Problemchen, um das sich eben der Film dreht, meist die Suche nach dem perfekten Mann). Aber dann kommen einem auf der Leinwand und auf dem Fernsehschirm Frauen wie Bridget Jones oder auch Ally McBeal daher, die als Seelentröster für die "normalen" Frauen mit all ihren "Fehlern" dienen sollen, und wenn das Gelächter verebbt ist, sitze ich da und denke mir 'Das kann’s doch noch nicht gewesen sein, oder?'

Helen Fieldings Geschichte ist schon fast eine moderne Adaption von Jane Austens Stolz und Vorurteil, ähnlich wie der Film CLUELESS – DIE CHAOSCLIQUE es für Jane Austens Emma war. Allein deshalb war es ein Geniestreich, Colin Firth für die Rolle von Mark Darcy zu verpflichten. Von den gequält arroganten Blicken bis hin zu seiner widerwilligen Liebeserklärung an Bridget stimmt einfach alles. Auch Hugh Grant ist ein würdiger Nachfolger des verschlagenen Schurken Wickham. Wenn er mal nicht stottert und herumstolpert, ist er überraschend gut zu ertragen. Zwischen den beiden steht nun Renée Zellweger, die das Beste aus ihrer Rolle macht. Leider ist Helen Fielding ausgerechnet bei ihrer Heldin nämlich Jane Austens Vorbild nicht mehr gefolgt. Bridget Jones hätte eine gute Dosis Elizabeth Bennet vertragen können. Wo Elizabeth ihrem Darcy seinen Heiratsantrag noch um die Ohren gehauen hat, steht Bridget nur da und wiederholt selig 'Er mag mich so wie ich bin'. Da braucht es noch eine abstoßende Powerfrau (Embeth Davidtz), um die glückliche Vereinigung noch zu verzögern.

Wie schon erwähnt hat Bridget einen Haufen durchaus sympathischer Fehler und stolpert in peinliche Situationen, wie sie wohl den meisten Menschen passieren könnten. Man kann prima mit ihr mitleiden, auch mit ihr und über sie lachen, aber bis auf die Tatsache, dass sie am Ende ihren Mann kriegt, gibt es nichts, worüber man sich mitfreuen könnte. Eine "normale" Frau, die sich als Identifikationsfigur eignen soll, kann offenbar im Beruf und in den meisten Dingen des täglichen Lebens nur völlig inkompetent sein, und sollte ihr doch einmal etwas gelingen, muss das aufgrund ihrer weiblichen Reize passieren oder ihr völlig unverdient in den Schoß fallen.

Auch wenn der Film gut besetzt und sehr unterhaltend war, lässt er doch einiges zu wünschen übrig.

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Christina Gross

Zuletzt aktualisiert am: Samstag, 22. Januar 2005

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