In the Bedroom

Ein Film von Todd Field

Mit Tom Wilkinson, Sissy Spacek, Marisa Tomei

Helgas Meinung

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cinema:

"Beschaulich ist das Kleinstadtleben in Camden, Maine. [...]
Mit entlarvendem Blick beobachtet Field die Trauernden in ihrem Gefühlschaos und die Hilflosigkeit des Umfelds, lässt in langen, ruhigen Einstellungen Gesichter sprechen, zeigt, wie Bitterkeit die Eltern zerfrisst und in zermürbenden Streitereien gipfelt. 

Die Beschreibung in der cinema reizte mich zum Kinobesuch. Ich richtete mich auf einen Rosenkrieg oder so etwas Ähnliches ein.

Aber dem war nicht so. Es ist die sehr einfühlsame Darstellung verwaister Eltern und ihr Versuch, wieder ins normale Leben zurückzukehren. Wir sehen die Erstarrung der Eltern kurz nach dem Tod des Sohnes, ihr mechanisches Funktionieren, ihre maskenhaften Gesichter. Dann der Versuch, sich wieder auf den Alltag einzulassen, der von vielen Rückschlägen begleitet wird, so z.B. die Begegnung mit dem Mörder, der frei in der Stadt herumläuft und wohl keine schwere Strafe zu erwarten hat. Oder Treffen mit Freunden, die kurze Zeit Erleichterung bringen, um nachher den Kummer nur umso stärker wieder aufflammen zu lassen. Es folgt die Phase der Wut, des Haderns mit dem Schicksal, in der sich die Eheleute ihren zuvor genannten Psychokrieg liefern – und sich wieder versöhnen, wohl wissend, dass sie gemeinsam durch dieses Schicksal müssen. Das Ganze sehr authentisch, man vergisst zuweilen, dass man im Kino ist. Ein sehr unamerikanischer Film. Auffallend war auch, dass man eine Freundin der Frau in Großaufnahme zu sehen bekommt, die alles andere als hübsch ist und schiefe Zähne hat. Verliert Schönheit ihren Wert, seit sie auf breiter Basis käuflich geworden ist?

Schließlich ein Versuch, definitiv den Seelenfrieden wieder zu erlangen, der hier nicht verraten sei. Ob das was hilft, bleibt offen. Am Schluss sehen wir ein Ehepaar unruhig im Bett liegen, während über dem Städtchen ein idyllischer neuer Tag anbricht.

Die beiden Hauptdarsteller sind für den Oscar nominiert worden, ebenso Marisa Tomei als beste Nebendarstellerin – völlig zu Recht.

Ein sehr bewegender Film, der noch lange nachwirkt, viel wahrhaftiger als Das Zimmer meines Sohnes.

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Zuletzt aktualisiert am: Sonntag, 23. November 2003

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