Der stille Amerikaner

Ein Film von Philip Noyce

Mit Michael Caine, Brendan Fraser, Do Thi Hai Yen u. a.

Christinas Meinung:

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Der zynische Journalist Thomas Fowler hat sich im französisch besetzten Saigon niedergelassen und verbringt seine Tage als neutraler Beobachter eines Landes, das zunehmend vom Krieg zerrissen wird. Doch es bleibt nicht so. Sein Chef will ihn nach London zurückbeordern, und Alden Pyle, der stille Amerikaner, tritt in sein Leben und verliebt sich in Fowlers vietnamesische Freundin Phuong. Da Fowler sie nicht heiraten kann, entscheidet sie sich für Pyle. Bald wird Fowler auch klar, dass er die Rolle, die Pyle in Vietnam spielt, völlig falsch eingeschätzt hat.

DER STILLE AMERIKANER ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des britischen Autors Graham Greene. Wie im Buch stehen auch im Film die drei Helden stellvertretend für ihre Länder: Thomas Pyle für das müde Großbritannien, meisterhaft verkörpert von Michael Caine, Alden Pyle für die neue Weltmacht Amerika, und Phuong für das ehemals prachtvolle und nun verelendete Vietnam, um das beide buhlen.

Michael Caine ist eine fabelhafte Besetzung für den desillusionierten Zyniker Fowler, nur hätte ich mir gewünscht, dass er diese Rolle zehn bis fünfzehn Jahre früher gespielt hätte. Auch das Aufpeppen der Geschichte mit Actionszenen hat mich etwas gestört. Caines Fowler ist ebenso ungerührt wie sensibel, will sich aus allem heraushalten und steht doch im Zentrum der Entwicklungen.

Überrascht hat mich Brendan Fraser. Der hatte mich bisher nicht sonderlich beeindruckt, aber sein jovialer, linkischer und gnadenlos wohlmeinender Entwicklungshelfer kann mit der Glanzleistung Caines durchaus Schritt halten.

Dritte im Bunde ist Do Thi Hai Yen als Phuong, pragmatisch und undurchschaubar.

DER STILLE AMERIKANER zeigt Vietnam als Kriegsschauplatz und verzichtet auf jegliche Postkartenromantik. Kampfhandlungen sind sorgfältig choreographiert, aber in den Szenen, in denen der Konflikt auf privater Ebene ausgetragen wird, gibt Philip Noyce seinen Protagonisten wenig Unterstützung. Glücklicherweise kommen sie auch ohne aus, trotzdem hätte ich mir etwas mehr Atmosphäre gewünscht.

Graham Greenes Buch ist bewegend. Philip Noyces Film lässt zu oft kalt.

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Zuletzt aktualisiert am: Samstag, 14. Juni 2003

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