Schnee, der auf Zedern fällt

Ein Film von Scott Hicks

Mit Ethan Hawke, Youki Kudoh, Max von Sydow, James Rebhorn, Rick Yune u. a.

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Auf einer kleinen Insel vor der Nordwestküste der USA schlägt ein Prozess hohe Wellen. Der Fischer Kazuo Miyamoto (Rick Yune), Sohn japanischer Einwanderer, steht wegen Mordes an seinem Jugendfreund Carl Heine (Eric Thal) vor Gericht, den man tot in seinem eigenen Fischernetz gefunden hat. Das Motiv für den Mord soll ein Streit um Land gewesen sein, der schon seit dem zweiten Weltkrieg zwischen den Familien Miyamoto und Heine schwelt. Kazuo hat kaum Hoffnung auf ein faires Urteil, denn die rassistischen Vorurteile der weißen Einwohner, die Staatsanwalt Hooks (James Rebhorn) geschickt zu schüren weiß, scheinen schwerer zu wiegen als alle Beweise. Ishmael Chambers (Ethan Hawke), der von seinem Vater (Sam Shepard) die kleine Lokalzeitung geerbt hat, beobachtet den Prozess nicht nur aus beruflichen Gründen. Kazuos Frau Hatsue (Youki Kudoh) war seine heimliche Jugendliebe, aber die Beziehung endete, als ihre Familie während des zweiten Weltkrieges interniert und er zum Kampfeinsatz gegen die Japaner geschickt wurde.

SCHNEE, DER AUF ZEDERN FÄLLT ist nicht nur ein Film über unerfüllte Liebe, sondern auch ein Gerichtsfilm und eine Geschichtslektion der besonderen Art. Die Geschichte von Ishmael und Hatsue und die Geschichte der Familie Miyamoto wird in Rückblenden erzählt, die zum Teil gut gemacht und geschickt montiert sind, aber gelegentlich trägt diese Erzählweise mehr zur Verwirrung der Zuschauer bei als alles andere. Dazu gehören die Kriegserinnerungen von Kazuo. Auch die Musik wird nicht immer besonders subtil eingesetzt.

Scott Hicks, der Regisseur von SHINE, konnte sich aber auf seine eindringliche Geschichte und die ausgezeichneten Schauspieler stützen, die diese Mängel aufwiegen. So gelingt es ihm, den Zuschauern anhand einzelner Schicksale nahezubringen, welche Auswirkungen der Schock von Pearl Harbor auf die Mitglieder einer Gemeinschaft hatte, die schon vor dem Krieg Probleme damit hatte, die fremdartigen Japaner so in ihrer Mitte aufzunehmen wie z. B. die Einwanderer aus Deutschland. Während die Devotionalien auf dem Hausaltar der Familie Imada und sogar das Windspiel plötzlich als kriegsentscheidend eingestuft wurden, wäre das FBI sicher nie auf die Idee gekommen, die Kuckucksuhr der Heines zu konfiszieren.

Reeve Carney und Ann Suzuki zeigen, wie bei den Kindern Ishmael und Hatsue aus Neugier auf das Exotische, Unbekannte allmählich Liebe wird, die aber angesichts der Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen nicht bestehen kann und dann durch die weltpolitischen Ereignisse völlig zerstört wird. Später kann man Ethan Hawke dabei beobachten, wie er seine Figur Ishmael über all das hinauswachsen und aus dem Schatten seines Vaters treten lässt.

SCHNEE, DER AUF ZEDERN FÄLLT ist ein ambitionierter Film, der trotz einiger Mängel, die auf die Komplexität der Geschichte zurückzuführen sind, reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

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Christina Gross

Zuletzt aktualisiert am: Mittwoch, 07. September 2005

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