Wild Things

Ein Film von John McNaughton

Mit Neve Campbell, Denise Richards, Matt Dillon, Bill Murray u.a.

Christinas Meinung:

KatzeKatze

Der charmante Lehrer Sam Lombardo, der gern in die High Society von Blue Bay/Florida einheiraten möchte, wird beschuldigt, eine seiner Schülerinnen vergewaltigt zu haben. Und nicht von irgendeiner Schülerin, sondern von Kelly Van Ryan (Denise Richards), Tochter einer millionenschweren Dame der ersten Gesellschaft. Sandra Van Ryan (Theresa Russell) gibt sich denn auch alle Mühe, ihren Ex-Lover fertigzumachen. Aber die Polizei glaubt Kelly erst so richtig, als auch Suzie Toller (Neve Campbell), ein drogensüchtiger Underdog, mit dem Finger auf ihn zeigt. Sam scheint schon mit einem Bein im Gefängnis zu stehen, aber da bricht Suzie unter dem Kreuzvehör seines Anwalts Ken Bowden (Bill Murray) zusammen und gesteht, daß alles Kellys Idee war. Sam verklagt die Van Ryans und kassiert einen dicken Scheck.

Der Film könnte hier zuende sein, aber weit gefehlt: er geht erst richtig los und schlägt dabei Haken, das einem schwindlig wird. Leider ist die erste Hälfte des Films ziemlich holprig gemacht. Es ist eigentlich nur eine lose Aneinanderreihung von Szenen, in denen Schauspieler wie Theresa Russell und Robert Wagner verheizt werden. Niemand käme auf die Idee, daß das schon alles gewesen sein könnte. Wenn der offensichtliche Teil dann vorbei ist, bleibt man bei der Stange, um zu sehen, was sich die Macher als nächstes haben einfallen lassen. Zumindest ging es mir so, auch wenn die Überraschungen nicht immer von der ganz überraschenden Sorte waren.

Neve Campbell, bekannt aus den SCREAM-Filmen und der Teenie-Soap PARTY OF FIVE schlägt sich ziemlich gut neben den ehemaligen jugendlichen Helden Matt Dillon und Kevin Bacon. In der wenig bemerkenswerten Denise Richards hat sie aber auch keine allzu große Konkurrenz.

Das Beste am ganzen Film ist ohne Zweifel Bill Murray in der kleinen aber wesentlichen Rolle des schrägen Anwalts Bowden. Er führt der jungen Garde vor, wie man es macht. Aber die braucht noch eine Menge Stunden.

Monikas Meinung:

FußabdruckFußabdruck

Stimmungsvolle Bilder aus den Everglades in Florida, die Urlaubssehnsüchte wecken - so beginnt John McNaughtons Film WILD THINGS. Doch wie so oft, trügt auch hier die Idylle. Der kleine verschlafene Küstenort Blue Bay wird alsbald zum Schauplatz düsterer Vorkommnisse, als die reiche, verwöhnte Kelly van Ryan (Denise Richards) ihren Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Ihre Freundin Suzie (Neve Campbell) behauptet kurz darauf, schon vor längerer Zeit dieselbe Erfahrung gemacht zu haben. Sam beauftragt daraufhin den Anwalt Ken Bowden (Bill Murray) mit seiner Verteidigung, dem es im Laufe der Verhandlung tatsächlich gelingt, die angeblichen Vergewaltigungen als abgekartetes Spiel zwischen Kelly und Suzie zu entlarven, die sich aus verschiedenen Gründen an Sam rächen wollten.

Damit scheint sich die Handlung bereits erschöpft zu haben, doch nein, nun geht es erst richtig los. Der rote Faden reißt ab und wird neu verknüpft, eine überraschende Wendung im Geschehen tritt ein. Überraschungen hält John McNaughton in seinem gelungenen Thriller noch einige bereit, und wer - wie die meisten Kinobesucher im allgemeinen - den Saal verläßt, wenn der Schriftzug The End die Leinwand ziert, wird leider niemals erfahren, was wirklich geschehen ist, auch wenn er das Kino in dem Bewußtsein verläßt, nichts verpaßt zu haben.

WILD THINGS ist eine willkommene Abwechslung in der doch recht eintönigen Kost, mit der man die Kinobesucher in diesem Sommer geplagt hat. Der Film bietet gerade die richtige Mischung zwischen Spannung und Humor, ohne dabei allzu blutrünstig zu werden wie z.B. SCREAM, obwohl man auch in diesem Fall nicht allzu zimperlich sein sollte.

Bill Murray sorgt für die humorvolle Komponente in der für ihn recht ungewöhnlichen Rolle als Anwalt, die dann auch nicht so ganz der biederen Vorstellung entspricht, die man von einem Gesetzesvertreter im allgemeinen hat. Matt Dillon weckt eher zwiespältige Gefühle, zumindest beim weiblichen Zuschauer: Man fragt sich die ganze Zeit, ob er nur schön ist/sein soll (alles im Leben ist Geschmacksache!) und sonst nichts, oder ob man ihn gar ernstnehmen muß. Zweifel kommen auf am Geschmack der Geschlechtsgenossinnen, denn Sam entspricht allzusehr dem Klischee eines Weiberhelden (sexy, muskulös, hirnlos). Er ist nicht gerade der Prototyp eines seriösen High School-Lehrers, sondern eher der eines unverbesserlichen Schürzenjägers, und als solcher ist er in der kleinen Stadt auch bekannt. Ob er mehr kann als Frauen verführen, bleibt vorerst ungewiß. Die kleine Suzie alias Neve Campbell spielt ihre Rolle als Unschuld vom Lande zunächst perfekt, wie durchtrieben sie tatsächlich ist, kommt erst nach und nach ans Licht.

Denise Richards als verwöhntes Gör nervt, und das von Anfang an. Sie sieht nicht nur so aus, sie benimmt sich auch so, als wäre sie direkt aus einer TV Soap Opera entsprungen. Es fällt schwer, an ihre Unschuld zu glauben. Es ist einfach zu offensichtlich, worauf sie aus ist, und man fragt sich, ob Männer im allgemeinen wirklich so dumm sind, auf eine derartig plumpe Anmache hereinzufallen. - Woher kam sie mir nur so bekannt vor? Richtig - ihr ausdrucksloses Gesicht flimmerte zuletzt in Paul Verhoevens STARSHIP TROOPERS über die Leinwand, der uns im letzten Jahr vorführte, wie man mit einer Laienspielschar Kasse machen kann. Da Kelly van Ryan als Sexbombe gedacht war, war die Rolle letztendlich gut besetzt.

Fazit: Wer den Kinosaal mit dem Vorsatz betritt, den Film nicht unbedingt ernstzunehmen, der dürfte durchaus auf seine Kosten kommen. Wer allerdings einen bierernst gemeinten Thriller erwartet, wird enttäuscht, denn das ist WILD THINGS ganz sicher nicht. Weder das männliche noch das weibliche Geschlecht kommen bei dieser Farce besonders gut weg - zumindest herrscht in diesem Punkt ausnahmweise Gleichberechtigung.

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Zuletzt geändert: 07. September 2005