Ulee's GoldEin Film von Victor NunezMit Peter Fonda, Patricia Richardson, Christine Dunford u. a.Christinas Meinung:
Der Imker Ulee Jackson (Peter Fonda) führt ein ruhiges Leben in einem kleinen Kaff in Florida. Sein Sohn Jimmy (Tom Wood II) sitzt nach einem Bankraub im Knast, und seine Schwiegertochter Helen (Christine Dunford) ist verschwunden. Ulee kümmert sich um seine beiden Enkelinnen Casey (Jessica Biel) und Penny (Vanessa Zima). Eines Tages bittet Jimmy seinen Vater, nach Orlando zu fahren, um Helen nach Hause zu holen. Sie ist drogensüchtig und wurde von Jimmys ehemaligen Komplizen Eddie Flowers (Stephen Flynn) und Ferris Dooley (Dewey Weber) in einer Bar aufgelesen. Eddie und Ferris haben Helen aber nicht aus reiner Menschenliebe bei sich aufgenommen. Sie wollen das Geld aus dem Bankraub, das Jimmy für seine Familie auf die Seite geschafft hatte, bevor er geschnappt wurde. Ulees monotones Leben ist plötzlich auf den Kopf gestellt. Er hat eine tobende Frau auf Entzug am Hals, seine Enkelinnen sind über die Rückkehr ihrer Mutter zunächst wenig begeistert und dann sind da noch Eddie und Ferris, die mangelnde Intelligenz mit Brutalität wettmachen und nicht warten können, bis Ulee ihnen das Geld bringt. Ulee lebt eigentlich gar nicht mehr richtig, seitdem seine Frau gestorben ist, sondern verrichtet seine täglichen Aufgaben wie ein Automat. Genauso monoton fließt der Film fast zwei Stunden dahin. Selbst wenn die Schmalspur-Gangster Ulees Familie als Geiseln nehmen, steigt kaum mal der Blutdruck. Solange die Geschichte noch im Aufbau war, hat mir der ruhige Ton des Filmes gefallen. Auch wenn ich nicht ganz so viel über das Handwerk des Imkers erfahren wollte. Peter Fonda stapft stoisch als der große Schweiger durch den Film und sieht so sehr wie sein Vater aus, daß es schon unheimlich ist. Als Ulee Helen nach Hause bringt, scheint der Film in Gang zu kommen. Aber die Energie verpufft schnell wieder. Alle Probleme lösen sich auf wundersame Weise in Luft auf. Vor allem Helens Wandlung von der tobenden Irren zur geläuterten Mutter ist geradezu unnnnnglaublich glaubwürdig. Das ganze endet in Friede, Freude, Eierkuchen mit einer Familienzusammenführung, und damit Ulee sich nicht mehr einsam fühlen muß, kriegt er die überflüssige Krankenschwester von nebenan. Es war immerhin erfrischend, daß Victor Nunez Schauspieler eingesetzt hat, die nicht dem nächstbesten Werbespot entsprungen waren, sondern aussahen wie normale Menschen. Leider ist er ihnen mit der Kamera oft einfach zu dicht auf den Leib gerückt. Was in einem Charakter vorgeht, sieht man nun mal nicht unbedingt, wenn man ihm die Kamera auf's Gesicht preßt. Ulees Gold ist ebenso wie Good Will Hunting ein ganz netter Streifen, der über die Maßen hochgejubelt wurde. |
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Copyright 1998 Christina Gross & Monika Hübner |