Sie liebt ihn - Sie liebt ihn nicht

Ein Film von Peter Howitt

Mit Gwyneth Paltrow, John Hannah, Jeanne Tripplehorn, John Lynch

Christinas Meinung:

KatzeKatzeKatze

Werbefachfrau Helen (Gwyneth Paltrow) verliert ihren Job. Deprimiert macht sie sich auf den Weg nach Hause zu ihrem Freund Gerry (John Lynch). Dabei spaltet sich ihr Leben auf geheimnisvolle Weise in zwei Realitätsebenen auf, die von nun an parallel verlaufen.

Auf der einen Ebene schafft sie es knapp, die U-Bahn zu erreichen. Auf der Fahrt spricht sie James (John Hannah) an, der ihr zunächst ziemlich auf die Nerven geht. Zu Hause findet sie dann Gerry mit seiner Geliebten Lydia (Jeanne Tripplehorn) im Bett. Sie macht Schluß mit Jerry und zieht zu ihrer Freundin Anna (Zara Turner). Sie trifft James wieder und - von ihm ermutigt - gründet ihre eigene PR-Firma.

Ihrem Alter Ego geht es nicht so gut. Diese Helen weicht einem Kind aus, verpaßt dadurch ihren Zug, wird überfallen und muß ins Krankenhaus. Daher kommt sie zu spät nach Hause, um ihren Freund noch in flagranti delicto zu erwischen. Gerry fährt fort, sie mit Lydia zu betrügen. Helen kann keinen neuen Job in ihrer Branche finden und arbeitet als Kellnerin und trägt Sandwiches aus, damit Jerry in Ruhe seinen ersten Roman schreiben kann. Keines von Helens Leben geht ruhig seinen Gang, bis sie schließlich auf ziemlich dramatische Weise wieder miteinander verschmelzen.

Hinter dem ziemlich albernen deutschen Titel verbirgt sich ein wirklich gelungener Film, in dem Gwyneth Paltrow zeigen darf, was sie kann. Er fängt an wie eine konventionelle Beziehungskomödie mit dem zu spät zur Arbeit kommenden Yuppie und scheut auch sonst nicht vor dem Griff in die Klischeekiste zurück, z. B. wenn Gerry seinem Freund Russell (Douglas McFerran) sein Leid über den Streß mit zwei Frauen klagt. All das wird aber mit einer guten Prise Humor und Romantik zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt. Die parallelen Handlungsstränge sind geschickt montiert und laufen nach einigen Kapriolen wieder in einem Punkt zusammen. Man kann darüber streiten, ob drei ungewollte Schwangerschaften in einem Film über aufgeklärte Menschen in den 90er Jahren nicht ein bißchen happig sind, aber für
mich persönlich wurde das wieder wettgemacht durch die ungewohnte Darstellung einer Frau im Vollrausch.

"Sie liebt ihn - Sie liebt ihn nicht" glänzt durch eine gute Darstellerriege, amüsiert und regt an, darüber nachzudenken, welche Auswirkungen winzige Ereignisse in unserem Leben haben können, die wir nicht einmal richtig wahrnehmen. Und zum guten Schluß deutet der Film doch noch an, daß wir unserer Bestimmung letztendlich nicht entgehen können.

E-mail
Kommentare? Anregungen?
Schreibt uns:
Christina Gross

HomeFilmkritikenBuchkritiken
GastkritikenBewertungsschemaÜber Christina
Über MonikaLinksMonika's Creatures

Copyright 1998 Christina Gross & Monika Hübner
Zuletzt geändert: 07. September 2005