Die Stunde des LichtsEin Film von Stijn ConinxMit Francesca Vanthielen, Joachim Król, Reidar Sorensen u. a.Christinas Meinung: Die junge Ellen (Francesca Vathielen) verbringt ihren Urlaub im Norden Norwegens. Die Polarregion hat sie schon immer in ihren Bann geschlagen, und besonders fasziniert ist sie von den Trappern. Davon gibt es heute nur noch drei, und einer davon erklärt sich spontan bereit, sie den Winter über bei sich aufzunehmen. Sobald der Hubschrauber sie aber vor der Hütte von Lars (Joachim Król) abgesetzt hat, muß sie sich Stück für Stück von ihren romantischen Vorstellungen verabschieden. Es erwartet sie kein kerniger Held, kein Philosoph im Eis, sondern ein freundlicher, kleiner Mann, der nur ein paar Brocken Deutsch spricht und ihr unbedingt so schnell wie möglich an die Wäsche will. Dennoch bleibt sie. Die Verständigung mit Lars ist schwierig, nicht nur, weil er ihre Sprache nur holprig spricht. Aber mit der Zeit lernen die beiden, einander zu verstehen. Und weil die Polarnacht lang, kalt und dunkel ist, kommt es schließlich, wie es kommen muß. DIE STUNDE DES LICHTS entstand nach der autobiographischen Erzählung von Heleen van der Laan. Regisseur Stijn Coninx zog mit seinem Filmteam nach Spitzbergen und drehte unter harten klimatischen Bedingungen. Dabei entstanden einmalige CinemaScope-Aufnahmen einer atemberaubenden Landschaft. Die trösten dann auch über einige Schwächen des Film hinweg. Schon gleich zu Beginn hat mich gestört, wie man quasi kopfüber in die Geschichte hineingeworfen wurde. Noch bevor es im Kino richtig dunkel wurde, war Ellen schon in der Hütte von Lars gelandet, ohne daß der Zuschauer auch nur flüchtig Bekanntschaft mit der Figur schließen konnte. Eine Stimme aus dem Off liefert dann ein paar Informationen, aber diese für die deutsche Version von Amelie Fried geschriebenen Kommentare fand ich ziemlich irritierend. Francesca Vanthielen und Joachim Król wären gut ohne ausgekommen. Stellenweise gelingt es ihnen perfekt, die schwierige Annäherung der unterschiedlichen Hauptfiguren darzustellen. Aber eben leider nur stellenweise. Vor allem in der ersten Hälfte des Films tröstet nur die schöne Landschaft über Ellens dick aufgetragene Blauäugigkeit und die Stilisierung von Lars zum doch nicht so edlen Wilden hinweg. Die sensationsheischenden Szenen mit dem Eisbären hätte man sich für meinen Geschmack ruhig schenken können. Ein paarmal habe ich schon nach der Uhr geschielt, aber dann gab es wieder Passagen, in denen wirklich gut rübergebracht wurde, wie Ellen Lars näherkommt und dabei auch viel über sich selbst erfährt. Das Material reichte wohl nicht aus, um ein Kammerspiel in Filmlänge daraus zu machen, aber Coninx ist es leider nicht gelungen, die zwischenmenschlichen und introspektiven Elemente des Films glaubhaft mit dem Rest der Handlung zu verknüpfen. |
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