Star Trek - Der AufstandEin Film von Jonathan FrakesMit Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Marina Sirtis, Donna Murphy, Brent Spiner, Michael Dorn, F. Murray Abraham u.a.Christinas Meinung: Das kleine Volk der Ba'ku lebt auf einem paradiesischen Planeten in einer
unwirtlichen Region des Weltalls. Was den Planeten so paradiesisch macht, ist nicht nur
die wunderschöne Landschaft, sondern auch die Tatsache, daß Eigentlich heißt es ja, daß alle Star-Trek-Filme mit ungeraden Nummern nichts taugen. Das würde ich für diesen Film nicht unterschreiben. Star Trek Klappe die neunte ist ein wirklich unterhaltsamer Film. Ich habe mich nicht gelangweilt und oft laut gelacht. Aber jetzt, vier Tage nachdem ich ihn gesehen habe, ist mir außer den Landschaftsaufnahmen und ein paar markigen Sprüchen nicht mehr viel im Gedächtnis geblieben. Im Sinne der political correctness wurde das aktuelle Thema der ethnischen Säuberung bzw. Umsiedlungspolitik aufgegriffen, gewürzt mit etwas Kritik am Jugendwahn. Aber es blieb stets leicht verdaulich. Patrick Stewart bekam so wieder die Gelegenheit zu einer flammenden Rede. Überhaupt war der Film auch diesmal wieder ganz auf Captain Picard zugeschnitten. Er zieht jetzt mit Data an seiner Seite durch die Galaxie wie weiland Kirk mit Spock, und er kriegt auch das Mädchen. Der Rest der Mannschaft darf sich auf comic relief beschränken. Immerhin kommen wir so doch noch in den Genuß, uns vorstellen zu können, wie das alte Format mit einem wirklich talentierten Schauspieler an der Spitze funktioniert hätte. Es ist immer nett, die Crew der Next Generation mal wiederzusehen, auch wenn den einzelnen Crewmitgliedern nicht mehr so viel Zeit gewidmet wird. Aber wer das große Massenpublikum ansprechen will, wagt eben nur selten Experimente. Da stellt man lieber die Figur in den Mittelpunkt, die schon kampferprobt ist, vor allem, wenn man sich über das Drehbuch ohnehin nicht so viele Gedanken machen möchte. Die Mit- und Gegenspieler der Mannschaft lockten diesmal aber keinen Hund hinter dem Ofen vor. Die Ba'ku, die freiwillig im Zustand der Technologielosigkeit leben, waren nervtötend gut. Und ihre Gegenspieler, die So'na trotz ekliger Liftingszenen und den ernsthaften Bemühungen von F. Murray Abraham schlicht langweilig. Die Raumschlachten hielten sich diesmal in Grenzen und reichen auch nicht an die spektakulären Kämpfe gegen die Borg aus DER ERSTE KONTAKT heran. Eine absolute Enttäuschung war für mich die Enterprise E. Nicht nur, daß man sie über lange Zeit ganz aus den Augen verlor, was man davon sah, war auch nicht berühmt. Die Brücke des Flagschiffs der Sternenflotte kann man nur noch als Trauerspiel bezeichnen. Man kann einen Sonntag Nachmittag sicher weniger angenehm verbringen, aber Monikas Meinung: Das Volk der Baku bewohnt einen Planeten, dessen besondere Beschaffenheit sie niemals altern läßt, sobald sie einmal erwachsen geworden sind. Die Ursache hierfür sind metaphasische Partikelströme in den Ringen des Planeten, die sie unsterblich machen. Obwohl sie über die Technologie verfügen, um selbst Raumfahrt zu betreiben, haben sie all dem entsagt und leben in einer Art "Eden" ohne Technik und moderne Medizin, die sie de facto auch nicht brauchen, denn Krankheit und Tod sind seit mehreren Jahrhunderten ein Fremdwort für sie. Da ihre Gemeinschaft aus nur 580 Seelen besteht, sind sie außerdem leicht angreifbar, und ihr Heimatplanet erweckt schließlich den Neid der schnell alternden Sona, die seine besonderen Eigenschaften gern für sich ausnutzen würden. Sie versuchen, die Einwohner ohne deren Einverständnis umzusiedeln, unter dem Vorwand, den Planeten für die Föderation nutzbar zu machen, was von der Crew der Enterprise als Verstoß gegen jedes Grundrecht gewertet wird. Captain Picard (Patrick Stewart) beschließt, diese Umsiedlung zu verhindern und eilt den Bewohnern mit seiner Mannschaft zu Hilfe. Zum nunmehr 9. Mal sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise auf der großen Leinwand zu bewundern, zum zweiten Mal mit der Crew unter Jean-Luc Picard, nachdem Captain Kirk nach seinem zweimaligen Tod in Star Trek VII endlich tot und begraben ist - Friede seiner Asche. Auch wenn dieser neue Film eher wie eine auf die Kinoleinwand projezierte verlängerte Folge der Serie wirkt, hat er doch alle Ingredienzen, die einen typischen Hollywoodfilm ausmachen: Die obligatorische Liebesgeschichte (hier sogar im Doppelpack), das niedliche Kind, das nicht umzubringende Haustier und natürlich das Happy End. Insofern ist das meiste voraussehbar, trotzdem ist STAR TREK IX ein ausgesprochen unterhaltsamer Film, der eines gewissen Humors nicht entbehrt. Man erfährt z.B., daß die Sitten und Gebräuche des 24. Jahrhunderts sich nicht immer besonders von denen früherer Jahrhunderte unterscheiden und daß manche Begrüßungsrituale ganz eindeutig universell sind und nicht auf den unbedeutenden Planeten Erde beschränkt. Am besten nimmt man es mit Humor, so wie Captain Picard, der seine neue, etwas eigenartige Kopfbedeckung (die wohl als Schmuck für das Haar, das er gar nicht hat, gedacht war) mit Würde trägt. Auch die Vorlieben der Frauen haben sich über die Jahrhunderte nicht unbedingt geändert, manche mögen es haarig, die meisten aber augenscheinlich nicht. Zumindest entnehmen wir das den eindeutigen Andeutungen von Anji (Donna Murphy), die von Jean-Lucs Denkerstirn ausgesprochen angetan ist sowie den etwas drastischeren Maßnahmen, die Deanna Troi (Martina Sirtis) gegen die männliche Behaarung von Commander Riker (Jonathan Frakes) ergreift. Daß Männer eitel sein können, ist ein offenes Geheimnis, aber daß selbst Commander Worf (Michael Dorn) von dieser Eigenschaft nicht ganz frei ist, mag so manchen überraschen. Immerhin treibt er es nicht so weit wie die Sona, die die äußeren Spuren ihres schnellen körperlichen Verfalls ebenso selbstverständlich beseitigen lassen, wie unsereiner zum Friseur geht. Die Methoden, die die Kosmetikerinnen anwenden, lassen aber eher auf eine Lehre bei Dr. Frankenstein schließen, doch sie sind den Bösewichtern vom Dienst durchaus angemessen. Eine weitere Attraktion ist der leicht außer Kontrolle geratene Android Data (Brent Spiner), der nur mit einem Liedchen wieder zur Räson gebracht werden kann. Wer schon immer wissen wollte, ob er neben seinen anderen Fähigkeiten auch singen kann, der sollte sich diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen. Ohrenschützer sind dabei übrigens nicht vonnöten. Auch sonst präsentiert Data sich in Hochform und muß wieder einmal seine Kräfte spielen lassen, z.B. indem er - so als wäre es gar nichts - mal eben vier Tonnen Felsgestein beiseite räumt. Immerhin wird er diesmal nicht den Verführungskünsten einer Frau ausgesetzt - aber an ihm hat sich bekanntlich schon die Borg Queen die Zähne ausgebissen. Wen kümmert es bei so vielen skurrilen Einlagen dann noch, daß die Modelle der Raumschiffe diesmal allzusehr wie aus dem Modellbaukasten wirken. Wahrscheinlich haben die Maskenbildner für die Sona das ganze Budget verschlungen, das sonst in die Special Effects geflossen wäre. Aber darauf kommt es bei diesem Film gar nicht so sehr an, er schöpft sein Potential aus anderen Quellen, die Schlachtszenen bleiben weitgehend außen vor. Wer also vor allem Kampfszenen im Weltraum sehen will, ist mit STAR TREK IX schlecht beraten. Fazit: Selten so gelacht. Lebe lang und in Frieden, wie die Vulkanier sagen würden. |
Copyright 1999 Christina Gross & Monika Hübner |