In & OutEin Film von Frank OzMit Kevin Kline, Joan Cusack, Tom Selleck, Matt Dillon, Debbie Reynolds, Shalom Harlow u. a.Christinas Meinung:
Jungschauspieler Cameron Drake (Matt Dillon) verkündet während der Live-Übertragung der Oscarverleihung, sein Lehrer Howard Brackett (Kevin Kline) sei schwul. Von da an steht eine Kleinstadt in Indiana Kopf. Seine Eltern, seine Braut, seine Schüler, seine Kollegen, alle wollen nur noch eines wissen: ist es wahr? Howard streitet alles ab, aber fängt auch an, sich genau zu beobachten. Die Schwulenklischees werden kübelweise ausgegossen. Der Mann fährt Fahrrad, da ist die Art wie er sich kleidet, wie er gestikuliert, und dann unterrichtet er auch noch englische Poesie. Der Mann kann ja nur schwul sein. Wenn Kevin Kline nicht so viel komisches Talent hätte, wäre mir diese Klischeeparade ungeheuer auf die Nerven gefallen. Das ist kein ernsthafter Film über die Probleme von Schwulen in unserer Gesellschaft, sondern eine Komödie. Aber dem Publikum wird nebenbei noch so einiges untergejubelt. Howard Brackett erkennt, daß er tatsächlich schwul ist, nicht zuletzt durch einen hinreißenden Kuß von Reporter Peter Malloy (Tom Selleck), und er sucht sich seine Hochzeit aus, um es der Welt mitzuteilen. Seine Verlobte Emily (Joan Cusack) erkennt, daß verheiratet sein vielleicht als Lebensziel ein bißchen dürftig ist, auch wenn sie hart dafür gearbeitet hat. Außerdem wird dem Publikum nahegebracht, daß Kleinstädte in Indiana viel toleranter sind als allgemein angenommen wird. Ein schwuler Sohn ist auch nicht schlimmer als ein von einer toten Frau geklautes Nachtischrezept. Auch wenn die Solidaritätserklärung à la 'Club der toten Dichter' am Ende mal wieder etwas dick aufgetragen ist. Das Showbiz im allgemeinen und die Oscarverleihung im besonderen werden gnadenlos durch den Kakao gezogen. In & Out ist sehr gut besetzt. Weder Tom Selleck noch Matt Dillon hätte ich so viel Selbstironie zugetraut. Chapeau! |
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Copyright 1997 Christina Gross & Monika Hübner |