Staatsfeind Nr. 1

Ein Film von Tony Scott

Mit Will Smith, Gene Hackman, Lisa Bonet, Gabriel Byrne

Christinas Meinung:
KatzeKatze

Ein alter Studienfreund, den er zufällig in einem Dessous-Laden trifft, steckt dem Anwalt Robert Dean (Will Smith) unbemerkt etwas zu. Dann rast er wieder davon, verfolgt von mehreren Männern, und wird von einem Feuerwehrauto überfahren. Plötzlich gerät das geordnete Leben des Yuppies aus den Fugen. Angeblich soll er in Machenschaften der Mafia verstrickt sein, ihm wird eine Affäre angedichtet und seine Frau setzt ihn vor die Tür. Ganz allein und ohne Kreditkarten wendet er sich an den geheimnisvollen Ermittler Brill, den er immer dann hinzuzieht, wenn seine Klienten besonders tief in der Patsche sitzen. Den kennt er nicht einmal persönlich. Er hatte zu ihm immer nur über seine Ex-Freundin Rachel Banks (Lisa Bonet) Kontakt. Brill, alias Edward Lyle (Gene Hackman) hat keine große Lust, ihm zu helfen. Aber Dean hat die Aufmerksamkeit seiner Verfolger auf ihn gelenkt, und so müssen sich die beiden zusammenraufen, um am Leben zu bleiben. Es beginnt der Kampf David gegen Goliath. Mit allen Mitteln versuchen Dean und Lyle, den Spieß umzudrehen und ihr Leben zurückzubekommen.

STAATSFEIND NR. 1 schlägt wie so viele Filme in letzter Zeit in die Paranoia-Kerbe. Das tut er gekonnt und in rasantem Tempo. Der Film erzählt seine Geschichte in schnellen Schnitten und eingefügten Satellitenbildern, ohne durch bedeutungsschwere Zeitlupen den Eindruck von Anspruch erwecken zu wollen. Man kann sich zurücklehnen und einfach nur unterhalten lassen. Die Geschichte ist gerade plausibel genug, um die Sache zusammenzuhalten. Die Auftritte der Hollywood-Altstars Jason Robards und Gene Hackman in bewährten Rollen kann man genießen, Jon Voight gibt den schleimigen Politiker, der seine Macht mißbraucht, gekonnt wie immer und auch Will Smith macht seine Sache nicht schlecht. Es wäre schön gewesen, wenn er dem Film einen eigenen Stempel hätte aufdrücken können. So könnte man ihn gegen eine beliebige Anzahl aufstrebender Jungschauspieler austauschen, ohne daß größerer Schaden entstünde. Schade ist auch, daß der Film in wesentlichen Teilen mal wieder frauenfreie Zone war. Tony Scott hat es sich verkniffen, das obligatorische Sexobjekt zu präsentieren und hält sich an das bewährte Konzept "Hüterin des heimischen Herds und der Grund warum wir da raus gehen und uns den Bösen stellen". Aus Rachel Banks, der ehemaligen Cosby-Tochter Lisa Bonet, hätte man mehr machen können.

Ein guter Film zum Entspannen mit einer Tüte Popcorn.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005