Stirb Langsam 2

Ein Film von Renny Harlin

Mit Bruce Willis, Bonnie Bedelia, William Atherton, Franco Nero u. a.

Christinas Meinung:
KatzeKatze

John McClane (Bruce Willis) muß sich wieder einmal an Weihnachten mit einer Bande Terroristen herumschlagen.

Diesmal übernehmen sie die Kontrolle auf dem Dulles Airport in Washington DC, um den südamerikanischen General und Drogenboss Esperanza (Franco Nero) zu befreien.

McClane will seine Frau Holly (Bonnie Bedelia) abholen, die mit hunderten anderen Passagieren bei schlechtem Wetter über Washington kreisen muß, weil die Terroristen die Flugleitung lahmgelegt haben.

McClane muß sich wieder mit einer Horde unfähiger Polizisten und Militärs herumschlagen, allen voran der Chef der Flughafenpolizei Carmine Lorenzo (Dennis Franz, von "Beruf" unsympathischer Polizist), aber er schafft es trotzdem, die Terroristen zu stoppen und (fast) alle Flugzeuge sicher auf den Boden zu bringen. Eines wird von den Terroristen zu Demonstrationszwecken mit dem manipulierten Leitsystem zum Absturz gebracht.

"Dieselbe Scheiße passiert demselben Mann zum zweiten Mal" sagt McClane selbst.

Das stimmt nicht ganz. Der Film hat nicht so viel Humor wie sein Vorgänger. Mittendrin fand ich ihn so langweilig, daß ich beinahe abgeschaltet hätte.

Eigentlich bin ich nur dabeigeblieben, um zu sehen, ob Holly dem nervenden Reporter, der im ersten Film ihre Kinder interviewt hat und der jetzt zuuuufällig im selben Flugzeug sitzt, nicht doch noch einen Stromschlag verpaßt. Wo doch die nette alte Dame neben ihr eine Schockkanone dabei hat ("Ich hab's an meinem Hund ausprobiert. Der hat ein paar Tage gehumpelt.")

Nicht nur in dieser Hinsicht kam ich dann noch auf meine Kosten. Sobald die "Guten" die "Bösen" in einer verlassenen Kirche aufgespürt hatten, kam der Film wieder in die Gänge. Zuerst dachte ich typisch Hollywood, alle schießen, keiner wird getroffen, aber nein! Einige der "Guten" gehörten eigentlich zu den "Bösen" und schossen mit Platzpatronen. Alle Achtung.

Zum großen Showdown kehrten alle wieder zurück zum Dulles Airport (Dulles, nicht Dallas, das nur an die Adresse der für die Synchronisation Zuständigen).

McClane überzeugt mit einer Platzpatronensalve die Flughafenpolizei davon, daß die Eliteeinheit, die die Terroristen stoppen sollte, übergelaufen ist. Selten so gelacht.

Er muß aber trotzdem ganz allein hinter den Bösewichtern herjagen, weil dank unseres eifrigen Reporterfreundes im Flugzeug und der skrupellosen Medien, die in ihrer Sensationsgier vor nichts haltmachen (die moralische Botschaft des Tages), auf dem Flughafen eine Panik ausgebrochen ist und die Polizei nicht ausrücken kann.

Immerhin bringt eine andere Fernsehcrew McClane mit ihrem Hubschrauber zu der 747, in der die Terroristen verduften wollen. Es kommt zu einem dramatischen Kampf auf der Tragfläche. Geschossen werden durfte nicht, weil in der Tragfläche ja der Treibstoff ist. Trotzdem habe ich mich gefragt, warum solche Kämpfe immer nach dem Prinzip "Einer nach dem anderen" ablaufen. So wartete Stuart (William Sadler), der Anführer der Terroristen, brav ab, bis Grant (John Amos), der Chef der Eliteeinheit, in eines der Triebwerke gesaugt wurde, bevor er selbst McClane angreift. Höflichkeit unter Kollegen?

Stuart gelingt es denn auch, McClane von der Tragfläche zu schmeißen, aber der nimmt etwas sehr Wichtiges mit sich: den Verschluß des Tanks.

Und somit kommen wir zu meinen persönlichen Lieblingsszenen des Filmes. McClane zündet die Kerosinspur an, die die 747 hinterlassen hat, und die Maschine explodiert beim Abheben. Die immer noch kreisenden Flugzeuge (ging wirklich KEINEM VON DENEN der Treibstoff aus ???) können so endlich landen. Man hat nämlich immer noch keine Möglichkeit gefunden, die Landebahnbefeuerungen wieder einzuschalten.

Ende gut, alles gut. McClane stolpert über das Rollfeld und brüllt "Holly!". Wahrscheinlich wollte sich Bruce Willis einmal im Leben wie Marlon Brando fühlen. Ein paar lose Enden werden noch verknüpft (McClanes Strafzettel), und dann können wir anfangen, uns auf Teil 3 zu freuen.

Und irgendwo im Unterbewußtsein werde ich mich wahrscheinlich für immer fragen, ob es wirklich so leicht ist, einen Flughafen lahmzulegen.

E-mail
Kommentare? Anregungen?
Schreibt uns:

Christina Gross

HomeFilmkritikenBuchkritiken
GastkritikenBewertungsschemaÜber Christina
Über MonikaLinksMonika's Creatures

Copyright 1997 Christina Gross & Monika Hübner
Zuletzt geändert: 07. September 2005