Mit Schirm, Charme und Melone

Ein Film von Jeremiah Chechik

Mit Uma Thurman, Ralph Fiennes, Sean Connery u. a.

Christinas Meinung:
Katze

Da Hollywood offenbar die Ideen ausgehen, ist jetzt auch die Kultserie MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE einem Filmschaffenden in die Hände gefallen, der sie gnadenlos verwurstet hat.

Bei dem hochgeheimen Wetterkontrollprojekt "Prospero" wurde eingebrochen. Der Geheimdienst setzt seinen Superagenten John Steed auf die Sache an. Hauptverdächtige ist Dr. Emma Peel (Uma Thurman). Bei dem Versuch, sie zu entlasten und die undichte Stelle zu finden, kommen die beiden Sir August de Wynter (Sean Connery) auf die Spur. Der hat die Kontrolle über das Wetter übernommen und will den Regierungen der Welt nun gutes Wetter für teures Geld verkaufen.

Wer hier eine logische, sinnvolle Handlung erwartet hat, war ohnehin im falschen Film. MIT SCHIRM, CHARME UND MELONE war schon immer eine abstruse Agentenparodie, bei der die Handlung keine Rolle spielte. Die Macher haben bei der Schaffung des Ambiente gute Arbeit geleistet. Auch die Wettereffekte haben mir gefallen (vielleicht mit Ausnahme der Tornados über London).

Die größte Enttäuschung waren die drei Hauptdarsteller des Films. Für mich waren sie von Anfang an keine ideale Besetzung, aber irgendwie hatte ich doch noch gehofft, daß sie mich überraschen würden. Aber trotz gelungener Kulissen und schön schräger Nebendarsteller gelang es ihnen nicht, dem Film Leben einzuhauchen. Die Serie lebte vor allem von dem Prickeln zwischen Patrick Macnee und Diana Rigg, aber im Film ist davon nichts zu spüren. Er versucht zwar fast verzweifelt, sich selbst mit britischer Ironie auf die Schippe zu nehmen, aber versagt dabei jämmerlich. Thurman und Fiennes treffen nicht ein einziges Mal diesen typischen Peel-Steed-Ton.

Sean Connerys Talent wird ebenso verschwendet. Wenn er immer wieder mümmelt "Peel, Emma Peel" oder "Steed, John Steed" reicht das nicht einmal für ein müdes Lächeln. Er sollte sich außerdem dringend seine dritten Zähne anpassen lassen. Ein Nuscheln als Markenzeichen ist ja ganz nett, aber alles hat seine Grenzen.

Lichtblicke in der Riege der Schauspieler waren hingegen Eileen Atkins als verschrobene Agentin Alice und Fiona Shaw als Father. Ihre Auftritte ließen mich wehmütig daran denken, was man aus diesem Film hätte machen können. Mein persönliches Highlight war der Gastauftritt von Patrick Macnee. Nur schade, daß Diana Rigg nicht aufgetaucht ist.

Also, Hollywood, wenn Du nächstes Mal eine kultige Fernsehserie auf die große Leinwand bringen willst, mach es richtig.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005