Reine Nervensache

Ein Film von Harold Ramis

Mit Robert DeNiro, Billy Crystal, Lisa Kudrow, Joe Viterelli

Christinas Meinung:

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Das Leben als Mafiaboss ist auch nicht mehr das, was es mal war. Man muß sich mit den Chinesen und den Russen herumschlagen und hat auch sonst jede Menge Streß. Nachdem nun auch noch sein bester Freund erschossen wurde und er selbst nur knapp mit dem Leben davonkam, ist Paul Vitti (Robert DeNiro) nur noch ein Wrack. Was für ein Glück, daß Psychiater Ben Sobel (Billy Crystal) seinem Leibwächter Jelly (Joe Viterelli) hinten auf die Limousine fährt, als dieser gerade einen unliebsamen Informanten beseitigt. Jelly gibt seinem gestreßten Boss Sobels Karte, und Vitti verschafft sich auf rabiate Art einen Termin bei ihm. Auch in Bens Leben läuft nicht alles so wie es soll. Er steht kurz vor der Hochzeit mit der Journalistin Laura McNamara (Lisa Kudrow), aber sein Vater, ein berühmter Psychiater, vermarktet lieber sein neuestes Buch, als für die Hochzeit seines Sohnes nach Florida zu fliegen. Außerdem hat Ben noch seinen frühreifen Sohn Michael (Kyle Sabihy) am Hals und dazu noch eine Reihe von nervtötenden Patienten. Aber zu einem der mächtigsten Mafiosi von New York sagt man eben nicht einfach nein, und so vereinbart er wohl oder übel, sich Vittis Probleme anzunehmen, wenn er aus Florida zurück ist. Aber der kann so lange nicht warten und folgt dem genervten Ben. Dessen Leben gerät immer mehr aus den Fugen, als sich auch noch das FBI und rivalisierende Mafia-Familien für ihn interessieren.

Regisseur Harold Ramis zieht jedes Mafia-Klischee durch den Kakao, das er finden konnte, und dabei sind mir bestimmt noch einige Anspielungen auf die klassischen Mafia-Filme entgangen, weil das nicht gerade mein Lieblingsgenre ist. Daß er weiß, wie man eine Komödie macht, hat er schon mit Filmen wie VIER LIEBEN DICH und UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER bewiesen

Und wenn überhaupt jemand weiß, wie man einen Mafiaboß spielen muß, dann doch wohl DeNiro, der sich gnadenlos selbst parodiert. Hier kann er seine komische Ader voll ausleben, während Crystal als sein Gegenpol eher ernst bleibt. Nur einmal darf auch er so richtig loslegen. Neben den beiden Hauptakteuren glänzt vor allem Joe Viterelli als Paul Vittis tapsiger Bodyguard Jelly. Er ist die ultimative Zutat eines jeden Mafiafilms, immer als loyaler Untergebener im Hintergrund, so daß man sein Gesicht zwar kennt, aber nicht seinen Namen.

Lisa Kudrow als Billy Crystals Gespielin ist total überflüssig. Ihre Kurzauftritte in der Fernsehserie VERRÜCKT NACH DIR fand ich immer ganz lustig, und in THE OPPOSITE OF SEX soll sie ja angeblich auch zeigen, was sie so draufhat. Aber in diesem Film war nichts davon zu spüren. Vielleicht hatte sie die Drehbuchautoren geärgert. Nebenbei bemerkt: Kudrow ist 36 und Crystal 52. Nicht der größte Altersunterschied in der Filmgeschichte, aber wie ich finde dennoch erwähnenswert, weil symptomatisch.

Auch Bens Konflikt mit seinem Übervater und Lauras merkwürdiges Elternpaar hätte man getrost weglassen können. Das wäre jedenfalls besser gewesen, als zuerst damit anzufangen und diese Nebenhandlung dann sang- und klanglos fallenzulassen.

Ein urkomischer Film, der nicht auf Schlüpfrigkeiten zurückgreifen muß, um sein Publikum von den Stühlen zu reißen.

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Christina Gross

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Zuletzt geändert: 07. September 2005