In Sachen Liebe

Ein Film von Griffin Dunne

Mit Meg Ryan, Matthew Broderick, Kelly Preston, Tchéky Karyo u. a.

Christinas Meinung:
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Der Astronom Sam (Broderick) und der Blonde Engel Linda mit Nebenberuf Lehrerin (Preston) sind das perfekte amerikanische Kleinstadtpärchen. Er beobachtet die Sterne und jedem Mittag Punkt zwölf seine Liebste im Stadtpark. Für ihn könnte das ewig so weitergehen. Sie verschwindet nach New York.

Sam reist ihr nach und stellt zu seinem Entsetzen fest, daß sie inzwischen mit dem Franzosen Anton (Karyo) zusammenlebt. Also zieht er in das Abbruchhaus gegenüber und wartet darauf, daß sie zu ihm zurückkommt.

Dann nistet sich Antons abgedrehte Ex-Verlobte Maggie (Ryan) ungefragt bei ihm ein. Ihre Absichten sind nicht so harmlos. Sie will ihren Ex vernichten. Die beiden Treulosen auseinanderzubringen ist dabei nur der erste Schritt. Anton wird total fertiggemacht. Er verliert sein Restaurant, seine Möbel werden gepfändet und zuletzt muß er als menschlicher Streuselkuchen herumlaufen.

Natürlich geht doch alles gut aus, und zwar hauptsächlich deshalb, weil Sam so unglaublich GUT ist. Bis dahin gibt es aber einiges zu lachen.

Ich weiß nicht was mir besser gefällt: das wilde Paar Ryan/Broderick oder die Idee, eine Camera Obscura einzusetzen.

Kuscheltier Broderick prallt auf die saufende, fluchende Motorradbraut Ryan. Beide spielen ihre Rollen großartig. Man nimmt ihnen sowohl die spassige als auch die ernste Seite ihrer Rolle ab.

Das andere Pärchen verblaßt neben den Beiden. Vor allem Linda. Sie ist blond und süß. Außerdem verdanken wir ihr zwei herrlich lakonische Auftritte ihres Vaters (Nesbitt Blaisdell), dem immer die undankbare Aufgabe zufällt, ihre Liebhaber abzuservieren.

Anton muß auch noch das letzte Klischee bedienen, das über Franzosen existiert. Er wird gegen Ende des Films fast sympathisch, als er nach seinem Restaurant auch noch die Möbel verliert, unter einer Allergie leidet und sich schließlich auch noch beide Arme bricht. Aber nur fast.

Die Camera Obscura, die Sam aufbaut, um sich wenigstens Lindas Abbild in seine Bruchbude zu holen, sorgt für wunderschöne Bilder. Eine Szene, in der Sam und Maggie auf der Couch sitzen, eine Tüte Chips zwischen sich und sich ihre jeweiligen Ex-Partner ansehen wie ein Fernsehprogramm, erinnert stark an "Harry und Sally".

Die Ausstattung des Filmes muß auch noch erwähnt werden. Von Ryans Garderobe über das abbruchreife Haus bis hin zu der Collage, die Maggie im Laufe des Films anfertigt, stimmt einfach alles.

Was mir nicht gefallen hat, war der halbherzige Versuch, den Rachefeldzug auf Maggies Seite zu rechtfertigen. Er paßte nicht in die Komödie und wurde nicht konsequent genug verfolgt, um der Geschichte Tiefgang zu geben.

Monikas Meinung:

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Sam (Matthew Broderick) ist Astronom in einer amerikanischen Kleinstadt und mit der Lehrerin Linda (Kelly Preston) liiert. Er ist im siebten Liebeshimmel und fällt aus allen Wolken, als Linda plötzlich unter Hinterlassung eines kurzen Abschiedsbrief nach New York entschwindet, um dort mit ihrem neuen Liebhaber Anton (Tchéky Karyo) zusammenzuziehen, der zu allem Überfluß auch noch Franzose ist. Liebe macht bekanntlich blind, außerdem verleiht sie Flügel, und so macht Sam sich seinerseits auf nach New York, um Linda zurückzuerobern. Da er in New York keinen Job hat, quartiert er sich in einem abbruchreifen Haus gegenüber von Antons Wohnung ein, von wo aus er die beiden unter Zuhilfenahme einer Camera Obscura beobachtet. Da taucht plötzlich Maggie (Meg Ryan) auf, die Verflossene von Anton, die jedoch ihren "Ex" nicht etwa zurückhaben will, ganz im Gegenteil: Ihr einziges Ziel ist, ihn fertigzumachen, und zwar nach allen Regeln der Kunst. Auch wenn sie betont, daß sie ihn nicht umbringen will, sieht sie diese Möglichkeit doch sehr gelassen, schließlich sterben täglich Leute. Die beiden sind von nun an trotz ihrer unterschiedlichen Beweggründe ein Team und kommen sich im Laufe der Handlung immer näher.

Die Geschichte klingt banal, wie etwas, das man schon hundertmal gesehen hat. Weit gefehlt. Griffin Dunne ist eine Komödie gelungen, die einen Charme entfaltet, den man seit "Während du schliefst" nicht mehr erlebt hat. Die Idee, mit einer Camera Obscura zu arbeiten, verleiht "In Sachen Liebe" ein besonderes Flair und eine Originalität, die man bei dieser Art von Beziehungskomödien normalerweise nicht erwartet. Bei diesem Film stimmt fast alles, von der Ausstattung bis zur Wahl der Darsteller, die Dialoge sind spritzig und der teilweise etwas schwarze Humor verhilft ihm zum richtigen Biß.

Meg Ryan, die den meisten aus "Harry und Sally" oder "Schlaflos in Seattle" bekannt ist, überrascht hier mit einer Rolle, die sie vielleicht endlich von ihrem Image als süßes, kleines Mädchen befreien wird. Der Eindruck, den der Zuschauer hier von ihr gewinnt, geht eher in Richtung "männermordende Motorradmieze". Und noch überraschender ist, daß man keine Probleme hat, ihr diese Rolle abzukaufen. Sie ist diesmal weitaus überzeugender als im letzten Jahr als furchtlose Golfkriegspilotin in "Mut zur Wahrheit".

Matthew Broderick spielt den gutmütigen, etwas weltfremden Sam, der Schwierigkeiten hat, die Realität zu begreifen. Der Zuschauer gewinnt den Eindruck, daß er nicht nur berufsmäßig die Sterne beobachtet, sondern auch versucht, nach ihnen zu greifen, wobei es ihm schwerfällt, mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Wer käme schon auf die Idee, alles aufzugeben, um einer verlorenen Liebe nachzujagen? Seine Naivität, an der man den ganzen Film lang keine Minute zweifelt, steht in krassem Gegensatz zu Maggies übersteigerten Rachegelüsten, der jedes Mittel recht ist, um Anton zu schaden. Sie benutzt Sam schamlos für ihre Zwecke und gibt ihm gleich zu Anfang zu verstehen, daß zwischen ihnen auf keinen Fall etwas laufen wird. Umso komischer sind dann die Szenen, in denen die beiden in schöner Eintracht züchtig nebeneinander im Bett liegen und die Ereignisse in der gegenüberliegenden Wohnung verfolgen wie die Samstagabend-Show im Fernsehen, Kartoffelchips inbegriffen, versteht sich. Fernsehen einmal ganz anders.

Tchéky Karyo ist die optimale Besetzung für Antons Rolle. Er ist - nun ja, einfach widerlich. Anders kann man es nicht sagen. Das Mitleid, das man ihm bei all den Mißgeschicken, die ihm passieren, entgegenbringt, hält sich stark in Grenzen. Nicht nur, daß er dem armen Sam seine Braut abspenstig gemacht hat, nein, er ist auch noch ein französischer Starkoch. Da prallen Welten aufeinander, nämlich Amerika und Frankreich, ganz klar, daß das nicht gut gehen kann. Auch wenn Maggies Ideen, mit ihm fertigzuwerden, zum Teil ziemlich haarsträubend sind, kann man für jemanden, der in seinem Cassettendeck die Stöhnballade "Je t'aime... moi non plus" hat, kaum Sympathie empfinden. Der französische Charme, mit dem er Linda bezirzt hat, vormals auch Maggie, kommt eben nicht bei jedem an. Bei Sam jedenfalls nicht. Pech für Anton, die Wendung, die die Ereignisse für ihn nehmen, ist katastrophal.

In Sachen Liebe" ist eine der angenehmsten Überraschungen des Kinosommers 1997.

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Zuletzt geändert: 07. September 2005